Posted by Rainer

Nachdem das Gehäuse repariert, geschliffen und lackiert ist, kann das Tolex drauf. Ich habe erst mal eine Bahn zurechtgeschnitten, die gerade bis zu den unteren Kanten reicht und vorne und hinten etwa 10 cm übersteht. Dann das Gehäuse mittig über Kopf draufgelegt und zur Sicherheit die Kanten markiert.

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Jetzt wird das Gehäuse vorsichtig umgelegt und die Oberseite mit Ponal eingepinselt.

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Dann wieder hochstellen, einen Moment warten und wieder zurücklegen, damit man die Oberfläche glattstreichen kann.  Mit einem Gewicht beschweren und den Leim ein paar Stunden anziehen lassen.

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Genauso mach ich das dann mit den Seiten.

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Man muss nicht allzulange warten. Nach zwei oder drei Stunden ist der Leim soweit getrocknet, dass man weiterarbeiten kann. Jetzt ist zuschneiden und Kanten kleben angesagt. An den Kanten arbeite ich nicht mit Ponal, sondern nehme das gute, alt, stinkende Pattex, weil es schneller anzieht und besser hält. Die Kanten werden mit einem Lineal (ich nehme gern eine Wasserwaage) gerade geschnitten, mit Kleber eingewitschert und einmal umgelegt, um den Kleber zu verteilen. Dann zieht man es wieder ab, wartet einen Moment, bis das Pattex trocken ist und drückt das Tolex dann sauber über die Ecke. Ich habe an der Rückseite angefangen, weil es da nicht sofort sichtbar ist, wenn ich mangels Übung Mist baue. Die Schnippelarbeit an den Kanten ist nicht ganz einfach. Es klappte aber soweit ganz gut:

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Und hier sieht man auch zum ersten Mal:  auf braunes Tolex ist die Wahl gefallen. Das ist eine Farbe, die Fender Anfang der Sechziger für ein oder zwei Jahre für ihre Combos verwendet hat. 1963, mein Geburtsjahr, zufällig…..Ein relativ seltener Look und nicht jedermanns Sache. Kommentar eines Freundes: “Für mich ist das kackbraun”. Und für mich ist das “Vollmilchschokolade” :) .

Danach habe ich mich an die Vorderseite getraut. Mein Musikzimmer entwickelte sich nach und nach zum Schlachtfeld:

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Die unangenehmste Stellen sind die oberen Ecken. Die bewahre ich mir bis zum Schluss auf.

In der Zwischenzeit ist der Boden dran. Der wird zunächst genau so angeklebt wie die lange Bahn. Dann schneidet man die Nähte etwas überlappend zu, möglichst an der Innenkante der Seitenwände entlang. Auch hier wird die Fläche mit Ponal geklebt und die Kanten mit Pattex:

Boden

Die letzten Arbeiten sind die oberen Ecken. Dort ist das Gehäuse in einem Winkel abgekantet und es gibt keine Eckenschützer, die Pfusch verstecken könnten. Hier ist langsames, konzentriertes und genaues Schneiden wichtig. Und ein scharfes Messer.

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Nur noch die Oberkante – das war’s!!

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Und so sieht das ganze nach der Fertigstellung aus:

Gehäuse fertig vorn

Gehäuse fertig hinten

Das hat sich doch gelohnt, oder? Dieser Teil der Arbeit ist zwar der anspruchsvollste, aber so schwierig letztlich auch nicht. Das Ergebnis ist jedenfalls sehr zufriedenstellend. Wer sich da mal selbst ranwagen will, findet eine hervorragende und detaillierte Anleitung von Marc Müller im Tubetown-Forum.

Soweit, so gut. Erstmal Feierabend gemacht, ein Bierchen geöffnet und dann freue ich mich auf die Endmontage.


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